Poetischer Realismus im französischen Kino der 30er Jahre

 

Man kann wohl ohne jeglichen Zweifel oder berechtigten Widerspruch sagen, dass das französische Kino eines des bedeutendsten Kinos von ganz Europa ist. Zahlreiche Filme aus Frankreich feiern international große Erfolge und überzeugen sowohl die Kritiker als auch das Publikum gleichermaßen. Folglich genießen französische Filmemacher, wie etwa Luc Besson, völlig zu Recht weltweiten Ruhm. Doch die große Beliebtheit und der allgemeine Anklang, die das französische Kino genießt, sind kein kurzweiliger Trend oder ein vorübergehendes Phänomen, sondern haben schon eine sehr lange Tradition. So gelten beispielsweise in Amerika die französischen Filme, die zum sogenannten poetischen Realismus gehören, als der Kunstfilm oder Kulturfilm schlechthin.

Doch was ist poetischer Realismus?

Bis Anfang und Mitte der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts war der französische Kulturfilm beziehungsweise Filme mit künstlerischer Intention durch Werke der Avantgarde geprägt. Diese Zeit kann in filmhistorischer Hinsicht als eine wahre Epoche oder Ära bezeichnet werden, da mit der damaligen Wirtschaftskrise der poetische Realismus aufkam. Viele Regisseure vermissten in den Avantgardefilmen den Bezug zur Realität oder eine Kritik auf die sozialen Umstände. Daher begannen sie in ihren Filmen die dunklen Aspekte des Lebens zu behandelten und die Aufmerksamkeit auf soziale Missverhältnisse zu richten. Wobei der Ausdruck poetischer Realismus schon nahelegt, dass sich die Filmemacher eine dichterische Freiheit erlaubten.

Die bedeutendsten Regisseure und ihre wichtigsten Werke

Selbstverständlich können hier nicht alle französischen Regisseure dieser Zeit und vor allem nicht alle ihre Filme genannt werden. Doch einige der, wenn nicht die wichtigsten Regisseure von damals waren sicherlich Marcel Carné, René Clair, Julien Duvivier und Jacques Feyder sowie Jean Vigo. Selbstredend muss auch Jean Renoir genannt werden, der solch wichtige Filme, wie etwa “Die Hündin”, “Das Verbrechen des Herrn Lange” und besonders “Die große Illusion” sowie “Die Spielregel” zu nennen. Dabei gilt vor allem “Die große Illusion” aus dem Jahre 1937 als einer der bedeutendsten Kulturfilme dieser Zeit und wurde unter anderem auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig ausgezeichnet. Ferner wurde er als bester Film für den Oscar nominiert. Doch auch die Filme “Hafen im Nebel” und “Kinder des Olymps” von Carné, sowie “Das große Spiel” von Feyder oder “Betragen ungenügend” von Vigo verdienen größte Aufmerksamkeit.

Foto: Wikimedia: Regisseur Renee Clair & Composer Erik Satie, film Relache, november 1924

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