Unter dem Begriff Musikfestival versteht man in der Regel eine jährlich wiederkehrende Musikveranstaltung. Diese Musikfestivals heben sich durch den Veranstaltungsort und die Gestaltung von alltäglichen Konzerten ab. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Musikfestivals, die durchaus von kultureller Bedeutung sind. Jedes Jahr strömen Tausende Besucher zu den verschiedenen musikalischen Großveranstaltungen in Deutschland und spülen somit sehr viel Geld in die Kassen der Gemeinden und Städte. Ein Musikfestival ist meist auf eine bestimmte Interessengruppe beziehungsweise Musikrichtung spezialisiert.
Die historischen Hintergründe
Bereits in der Antike wurden Festspiele in Form von Theateraufführungen inszeniert. Auch später waren Festspiele bei Königen und Fürsten noch überaus beliebt. Eines der ersten Schlossfestspiele wurde im Jahr 1665 am Hofe der Heidecksburg in Rudolstadt veranstaltet. Diese Veranstaltungen hatten meist einen politischen Hintergrund und dienten zudem auch zur Demonstration von Einflussnahme und Macht. Damals war es allerdings noch nicht üblich, dass Musiker vor zahlendem Publikum musizierten. Musikstücke wurden im Gegensatz zu heute nur für den eigenen Gebrauch, die Herrschaften am Hofe oder für den religiösen Bereich komponiert. Erst später wurde das Musizieren vor Publikum immer beliebter und so trafen sich Bürger in Gaststätten oder Privathäusern, um gemeinsam zu essen und der Musik zu lauschen. Die ersten Konzerträume und -säle entstanden erst im 18. Jahrhundert. Diese verfügten über eine besondere Akustik und lenkten durch die zentrierte Bauweise der Bühne die gesamte Aufmerksamkeit auf die Musiker. Heutzutage zählen Konzerte und Musikfestivals zu beliebten kulturellen Veranstaltungen und erfreuen jährlich Tausende Musikfans.
Open Air Festivals – Musikspaß unter freiem Himmel
Viele große Festivals werden in den Sommermonaten im Freien veranstaltet. Ursprünglich stammt diese Art der Festivals aus Amerika und kam einige Jahre später auch nach Deutschland. Das erste große Open Air Festival war das 1. Newport Folk Festival und wurde im Jahr 1959 veranstaltet. Als Ergänzung des Newport Jazz Festivals wurde das Musikangebot beim Newport Folk Festival nicht nur auf Jazz begrenzt, sondern umfasste auch Blues und Folk. Bereits sechs Jahre später wurden ungefähr 80.000 Besucher gezählt. Im Jahr 1967 wurde erstmals das Monterey International Pop Festival veranstaltet. Rund 200.000 Besucher trugen zu dem außerordentlichen Erfolg des Festivals bei, der entscheidend war für die weitere Entwicklung der Open Air Festivals. Musikgrößen wie Janis Joplin, Jimi Hendrix und The Who begannen auf dem Moterey Festival ihre Karriere. Legendär ist auch heute noch das Woodstock Festival. 32 Bands spielten damals vor ungefähr 500.000 Besuchern und schrieben einen unvergesslichen Teil Festivalgeschichte, der auch heute noch in vielen Zeitberichten erwähnt wird.
Open Air Festivals in Deutschland
Die ersten Veranstaltungen dieser Art waren zunächst in Deutschland nicht erfolgreich. Das erste Rolling Stones Open Air Konzert fand 1965 auf der Waldbühne in Berlin statt. Doch aufgrund der mangelhaften Organisation endete diese Veranstaltung in einem Desaster. Gegen Ende der siebziger Jahre brachten Konzertveranstalter vermehrt organisatorische Erfahrungen aus Amerika mit und ließen diese in die deutschen Organisationsstrukturen einfließen. Dadurch wurde der deutsche Open Air Festival Bereich wieder angekurbelt und bereits 1977 fanden verschiedene erfolgreiche Open Air Veranstaltungen statt. Heute findet man zahlreiche deutsche Open Air Festivals, die sich bei den Besuchern großer Beliebtheit erfreuen.
Foto: DWP – Fotolia.com
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